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Newsblog

iiRDS für eine einheitliche Technische Dokumentation

Die Vorteile des neuen Standards

Das Papier ist als analoges Trägermedium zahlreichen Grenzen unterworfen. Redakteure, die ihre Technische Dokumentation hingegen als digitale Ressource im Sinne des Electronic Content Delivery publizieren, bieten den verschiedensten Nutzergruppen entlang der gesamten Prozesskette entscheidende Vorteile. Allerdings bringt der digitale Publikationsweg ein zentrales Problem mit sich: Die digitale Technische Dokumentation unterscheidet sich je nach Endgerät des Users und der genutzten Software in ihrer Darstellung. Das bietet unerwünschtes Fehlerpotenzial. Die Gesellschaft für Technische Kommunikation (tekom) und der Verband deutscher Redaktions- und Content Management System Hersteller DERCOM arbeiteten deswegen am Intelligent Information Request and Delivery Standard (iiRDS), einem Format zur intelligenten Informationsbereitstellung.

Standards erleichtern uns in vielen Bereichen das alltägliche Leben. Wenn sie fehlen, merken wir dies schnell. Bereits im Urlaub kann ein Adapter nötig sein, damit der mitgebrachte Stecker in die landestypische Steckdose passt. Auch beim Surfen im Internet können wir die Probleme fehlender Standards anschaulich erleben, wenn der von uns gewählte Browser bestimmte Funktionen einer Webseite nicht unterstützt. In diesem Fall kommt es zu Fehlern – Darstellungen sind verschoben oder die Seite lässt sich im schlimmsten Fall nicht einmal öffnen.

Diese Probleme betreffen auch die Technische Dokumentation. Auf sie greifen verschiedenste Gruppen zu, seien es Anwender oder Servicetechniker. Genauso müssen auch Technische Redakteure, wenn sie Fremddokumentationen in ihre Technische Dokumentation einarbeiten wollen, auf diese zugreifen. So unterschiedlich die Anwenderkreise sind, so unterschiedlich sind die für den Zugriff gewählten Endgeräte und die genutzte Software. Der Grundgedanke, eine Technische Dokumentation digital zur Verfügung zu stellen, ist gut. Sie ist dann stets aktuell, der User kann Volltextsuchen vollziehen und sie mobil abrufen. Doch die Praxis zeigt ein diffiziles Bild: All diese verschiedenen Nutzerkontexte können die eigentlich vom Redakteur gewünschte Darstellung verzerren, bis die Technische Dokumentation im schlimmsten Fall zur schlummernden Gefahr für die Anwender wird. Diesem Problem möchte nicht nur die Gesellschaft für Technische Kommunikation, sondern auch der DERCOM entgegenwirken. Der Verband, in dem auch die gds-Gruppe als Gründungsmitglied vertreten ist, hat die Etablierung von Standards für die Technische Dokumentation zum Ziel und ist unter anderem in einem Arbeitskreis der tekom an der Entwicklung des iiRDS beteiligt.

DIE TECHNISCHE DOKUMENTATION IN DEN KONTEXT RÜCKEN

Das Potenzial für eine Technische Dokumentation, die Informationen hingegen intelligent bereitstellt, wird an einigen Beispielen aus der Praxis deutlich: In Folge einer Fehlermeldung möchte ein Servicetechniker in der Regel Informationen gezielt abrufen. Der Anwender richtet sein Augenmerk hingegen auf die Abschnitte, die den Regelbetrieb oder die Pflege- und Wartungsabläufe beschreiben. In beiden Fällen gilt: Je komplexer die Anlage, desto komplexer zeigt sich die dazugehörige Technische Dokumentation. Hier kommen die Vorzüge des iiRDS voll zum Tragen. Der Standard soll es Usern ermöglichen, passend zum Anwendungskontext die jeweils benötigten Informationen dynamisch und zielgerichtet abzurufen und entsprechend der situativen Bedürfnisse darzustellen. Das gilt sowohl für den Anwender am stationären Desktop-PC als auch für den Servicetechniker, der vor einer Anlage steht und die Technische Dokumentation mit dem Tablet aufruft.

Intelligent, situativ und effektiv: iiRDS als neuer Standard zur Datenbereitstellung bietet allen Anwendergruppen Mehrwerte

Als Voraussetzung für die kontextuelle Aufarbeitung von Informationen muss ein Dokument in einzelne Topics beziehungsweise Themen aufgegliedert werden. Eine Technische Dokumentation ist demnach eine Gesamtmenge zusammenhängender Themen. Bei der klassischen Technischen Dokumentation auf Papier, also beispielsweise einem Benutzerhandbuch für eine Maschine oder Anlage, würde der Anwender das Inhaltsverzeichnis passend zum jeweiligen Kontext nach Schlagwörtern durchsuchen. Zwar bietet der iiRDS eine Suchfunktion, doch unterschiedliche Begriffe bezeichnen manchmal ein und denselben Gegenstand oder Kontext. Bezeichnungen wie „Monteur“ und „Techniker“ oder auch „Fehlercode“ und „Störbericht“ sind dafür gute Beispiele. Um dieses sprachspezifische Problem zu lösen, müssen für die Technische Dokumentation einheitliche Metadaten vergeben werden. Dadurch lassen sich Dokumentationsinhalte über Herstellergrenzen hinweg universell austauschen.

Standardisiert werden dabei die allgemeinen Metadaten, die die Technische Dokumentation selbst, also etwa einzelne Sektionen, näher beschreiben. Dazu gehören jedoch nicht die spezifischen Metadaten, die sich zum Beispiel auf unterschiedliche Produktvarianten beziehen und diese spezifizieren. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass der iiRDS die Standardisierung für die Technische Dokumentation ermöglicht, dabei aber die herstellerbedingte Individualität nicht verloren geht.

TECHNISCHE DOKUMENTATION - CLEVER VERPACKT

Die Informationspakete des iiRDS bestehen aus einer Inhaltsdatei im HTML- oder XML-Format sowie einer Steuerdatei samt der Metadaten im RDF-Format. Diese Pakete können nun stufenweise mit komplexeren Informationsangeboten gefüllt werden. Auf der niedrigsten Stufe enthält das Paket das komplette Dokument, z. B. als PDF, sowie die dazugehörigen Metadaten. Stufe zwei beinhaltet die Dokumentationsmodule, also etwa Topics in HTML5 oder XML. Hinzu kommen die Metadaten der Module. Erst bei Stufe drei greifen User auf die Dokumentationsmodule inklusive aller Metadaten der Topics sowie weiter aufgefächert auch auf die Fragmente von Topics zu. Das ermöglicht zum Beispiel die feindifferenzierte Auswahl selbst von einzelnen Warnhinweisen innerhalb von Topics.

Noch befindet sich der iiRDS in der Entwicklungsphase. Eine Testversion ist allerdings bereits veröffentlicht. Bald soll die erste Version erscheinen.

Was verbirgt sich hinter dem iiRDS?

Die Abkürzung iiRDS steht für den intelligent information Request and Delivery Standard. Er wurde eingeführt, um in Zukunft eine inhaltsneutrale, zugleich aber auch plattformunabhängige Abfrage digitaler Informationen sowie die Auslieferung dieser zu ermöglichen. Im Gegensatz zu anderen Lösungen erfolgt hier nicht die Standardisierung des Inhalts, sondern lediglich von dem Auslieferungsformat. So soll mit dem iiRDS unter anderem gewährleistet werden, dass unterschiedliche Systeme zusammengeführt werden. Das Besondere ist dabei, dass die Anwender bei der Erstellung der Technischen Dokumentation in keiner Art und Weise eingeschränkt werden.

Aufbau und Funktionsweise des iiRDS

Der iiRDS zeichnet sich durch einen modularen Aufbau aus, durch den ein Zusammentragen verschiedener Informationen und Metadaten möglich ist. In den Daten finden sich nähere Beschreibungen zu den Informationen. Zudem erlauben sie eine Verknüpfung der verschiedenen Informationen und Metadaten. Seit Einführung des iiRDS hat sich das dreiteilige Paketformat bewährt. Ein Teil erlaubt den einfachen und sicheren Austausch zwischen Content-Systemen. Bei dem anderen Teil handelt es sich um ein Metadatenmodell. Es ermöglicht zum einen die Klassifizierung der Informationen, sorgt zum anderen aber auch dafür, dass diese kombinierbar werden. Den dritten Teil stellt eine Spezifikation dar, die vor allem für die Beschreibung eines Paketformats und Metadatenkonzepts umfasst. Bei dem Paketformat handelt es sich um einen ZIP-Container. Er enthält zum einen die Inhalte und zum anderen die dazu passenden Metadaten.

Die praktische Anwendung von iiRDS

Von dem iiRDS können insbesondere Servicemitarbeiter profitieren. Sie können so schneller und zuverlässig die Informationen sämtlicher Maschinen unterschiedlicher Herstellerabrufen. Weiterhin können Sie im Fehlerfall schnell auf wichtige Informationen zu Maschinen und Anlagen zugreifen. Wenn Sie weitere Fragen haben, beantworten wir Ihnen diese gern in einem persönlichen Gespräch.

Häufige Fragen zum iiRDS

Gemeinsam werfen wir noch einmal einen Blick auf die wichtigsten Fragen, die es zum iiRDS gibt und fassen die Fakten für Sie zusammen.

Was macht den iiRDS so wichtig?

Der iiRDS (intelligent information Request and Delivery Standard) ist ein internationaler Standard, der festlegt, wie technische Informationen strukturiert, beschrieben und ausgetauscht werden. Er schafft eine gemeinsame Sprache für die digitale Informationsbereitstellung – herstellerübergreifend und zukunftssicher. Damit ist der iiRDS ein zentrales Element der Industrie 4.0, denn nur mit standardisierten Metadaten können Informationen automatisiert ausgetauscht und intelligent verknüpft werden.

Welche Informationen finden sich im iiRDS?

Im iiRDS werden Informationen in modularen, kontextbezogenen Einheiten dargestellt – beispielsweise Anleitungen, Warnhinweise oder Ersatzteildaten. Jedes Informationsmodul ist mit Metadaten angereichert, die beschreiben, was der Inhalt ist, für welches Produkt oder welche Zielgruppe er relevant ist und in welchem Nutzungskontext er steht. Das ermöglicht eine gezielte Bereitstellung von Informationen – genau dort, wo sie gebraucht werden, etwa auf Serviceportalen oder in Maschineninterfaces.

Welche Informationsquellen nutzt der iiRDS?

Der iiRDS kann auf verschiedenste Datenquellen zugreifen – von Redaktionssystemen und Datenbanken bis hin zu Maschinen- und Prozessdaten. Diese Daten werden in einer einheitlichen Struktur zusammengeführt, sodass sie über Portale oder Content-Delivery-Systeme abgerufen werden können. Das Ergebnis: ein durchgängiger, standardisierter Informationsfluss über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg.
Hinweis:
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf dieser Website die Sprachform des generischen Maskulinums angewandt. Diese Form soll grundsätzlich geschlechtsunabhängig verstanden werden.