Product Compliance Management System/PCMS – complyhub
complyhub – die smarte Lösung für Product Compliance und Lieferantenkommunikation
complyhub bietet die zentrale Basis für die Kommunikation mit Lieferanten bezogen auf die Einhaltung von Material- und Produkt-Compliance sowie lieferantenbezogenen Informationen.
Damit bietet complyhub schon heute eine relevante Datenbasis für die Erfüllung aktueller Erfordernisse sowie künftiger Anforderungen wie dem digitalen Produktpass.
»Die Einhaltung der Product Compliance ist nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern auch der Schlüssel zu Vertrauen, Sicherheit und nachhaltigem Erfolg.«
Entwicklung und Zielsetzung
complyhub wurde entwickelt, um den Alltag von Unternehmen zu erleichtern und praxisnah auf reale Bedürfnisse abgestimmt. Die Plattform entstand aus einer Initiative des Mutterkonzerns technotrans und folgt dem Leitgedanken „Aus der Praxis für die Praxis“. Sie ist ein leistungsstarkes Werkzeug, das manuelle Arbeitsschritte vereinfacht und automatisiert, um Zeit und Ressourcen zu sparen.
Funktionsweise der Plattform
Zentrale Verwaltung und Automatisierung
Die Plattform basiert auf einer sicheren und skalierbaren Software-as-a-Service (SaaS)-Lösung. Sie ermöglicht die Nutzung bereits vorhandener Materialdaten und erleichtert insbesondere den Umgang mit Standardkomponenten.
Im Dashboard behalten Nutzer den Überblick über Materialien, Lieferantendaten und Anfragen.
Schnittstellen und Datenintegration
Dank einer allgemeinen Schnittstellenarchitektur lässt sich complyhub nahtlos mit Systemen wie ERP oder PLM verbinden. Materialdaten, Lieferantendaten, Stücklisten und Zertifikate können schnell und einfach übertragen werden.
Kommunikation mit Lieferanten
- Automatisierte Erinnerungen: Lieferanten erhalten E-Mails, die sie an offene Anfragen erinnern. Definierte Erinnerungszyklen und Eskalationsstufen stellen sicher, dass offene Anfragen verfolgt werden.
-
- Flexibilität in der Dateneingabe: Lieferanten können Daten direkt in der Plattform eingeben, Excel-Dateien hochladen oder Generalerklärungen einreichen.
Der REACH-Fragebogen
Praxisorientierte Unterstützung
Funktionen wie die Vorauswahl für ähnliche Materialien oder automatische Ergänzungen (z. B. SCIP-Datenbanknummern) reduzieren den Aufwand erheblich.
Die Plattform erlaubt es, Materialdaten auf andere Materialdaten zu übertragen.
Schwerpunkte und Mehrwerte
Erfüllung gesetzlicher Anforderungen
complyhub unterstützt bereits eine Vielzahl von Regularien wie REACH, ROHS, PFAS, Konfliktmineralien, CBAM oder CE-Konformitätserklärungen und das LkSG. Dabei bleibt es flexibel und erweiterbar: Alle Regularien, die ein Interessent benötigt, können sukzessive ergänzt werden, sodass spezifische Anforderungen vollständig abgedeckt werden.
Dieser modulare und skalierbare Ansatz gewährleistet, dass die Plattform stets auf dem aktuellen Stand ist und sich an die individuellen Bedürfnisse der Nutzer anpasst. So wird sichergestellt, dass sowohl aktuelle als auch zukünftige gesetzliche Vorgaben effizient, nachhaltig und zukunftssicher erfüllt werden.
Die Lieferantenübersicht
Nachweisbarkeit gegenüber Behörden
Die gesamte Kommunikation mit Lieferanten wird dokumentiert, sodass Unternehmen jederzeit nachzuweisen können, dass Maßnahmen zur Einhaltung der Vorschriften ergriffen werden.
Die Stücklistenauswertung
Effizienz und Akzeptanz
Die intuitive Benutzeroberfläche der Plattform erhöht die Akzeptanz sowohl bei Lieferanten als auch bei Kunden. Automatisierte Prozesse reduzieren den manuellen Aufwand und steigern die Effizienz.
Die Lieferanteninformation
Herausforderungen und Lösungsansätze
Regulatorische Komplexität
Mit über 600 EU-Regularien allein im Maschinenbau konzentriert sich complyhub auf die wichtigsten und kritischsten Anforderungen. Eine Erweiterung auf kundenspezifische Anforderungen ist jederzeit möglich.
Prozessintegration
Für die Einführung von complyhub ist eine unternehmensweite Zusammenarbeit notwendig, die alle relevanten Abteilungen einbezieht – vom Einkauf über die Konstruktion bis hin zur Technischen Dokumentation.
Unsere Empfehlungen
1.
Frühzeitig beginnen
Unternehmen sollten rechtzeitig mit der Datensammlung beginnen, da der digitale Produktpass ab 2027 für viele Bereiche verpflichtend wird.
2.
Effizienzsteigerung
Die Automatisierung und Digitalisierung der Prozesse sind die Schlüssel, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und Kosten zu minimieren.
Das Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz
Mit complyhub, easybrowse und DPCC zum digitalen Produktpass
Die steigenden Anforderungen an Produktkonformität und der digitale Produktpass erfordern ganzheitliche Lösungen. complyhub, easybrowse und das Digital Product Compliance Concept (DPCC) sind die perfekte Kombination, um komplexe Regularien zu managen, Content nahtlos bereitzustellen und den Weg zum digitalen Produktpass zu ebnen.
Das Digital Product Compliance Concept (DPCC) der gds GmbH
Eine Auswahl zentraler Begriffe rund um die Product Compliance kurz erklärt:
C
CBAM
Der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) ist ein CO₂-Grenzausgleichsmechanismus der EU, der ab Oktober 2023 in einer Übergangsphase gestartet wurde und ab 2026 vollständig greift. Er betrifft Importeure von CO₂-intensiven Produkten. Ziel ist es, Carbon Leakage zu verhindern – also die Verlagerung von Produktion in Länder mit geringeren Klimaschutzauflagen.
CBAM wird auch als Kohlenstoff-Grenzausgleichsmechanismus bezeichnet und verlangt, dass für Produkte wie Stahl, Zement, Aluminium und Düngemittel, die in die EU importiert werden, ein Kohlenstoffpreis gezahlt wird – vergleichbar mit dem EU-Emissionshandelssystem (ETS).
Übergangsphase: Berichtspflicht bis 2026
Seit Oktober 2023 gilt eine Übergangsphase, in der Importeure quartalsweise Berichte zur CO₂-Intensität ihrer eingeführten Waren vorlegen müssen. Diese Pflicht betrifft Produkte wie Stahl, Zement, Aluminium und Düngemittel, weil diese in ihrer Herstellung große Mengen CO₂ verursachen.
Start der Zertifikatspflicht ab 2026
Ab 2026 müssen Importeure CBAM-Zertifikate für die Menge an CO₂ kaufen, die bei der Produktion ihrer importierten Waren emittiert wurde. Diese Zertifikate haben einen Preis, der sich an den Kosten des EU-Emissionshandels orientiert, um gleiche Bedingungen für EU-Produkte und Importe zu schaffen.
Warum CBAM wichtig ist
CBAM fördert den Klimaschutz und minimiert das Risiko, dass europäische Unternehmen ihre Produktion in Länder mit niedrigeren Umweltauflagen verlagern. Das System stärkt den globalen Klimaschutz, indem es einen Anreiz für andere Länder schafft, ebenfalls CO₂-Preise einzuführen.
CBAM ist ein Kernelement des europäischen Green Deal und trägt dazu bei, die EU-Emissionsziele für 2030 zu erreichen.
G
Gefahrstoffe
Gefahrstoffe umfassen Substanzen oder Gemische, die aufgrund ihrer chemischen oder physikalischen Eigenschaften potenziell gefährlich für Mensch und Umwelt sind. Diese Stoffe finden sich oft in Branchen wie Chemie, Bauwesen und Fertigung und umfassen beispielsweise Lösungsmittel, Reinigungsmittel, Lacke und andere Chemikalien. Um die Risiken zu minimieren, werden Gefahrstoffe in Deutschland und der EU streng reguliert und müssen spezifisch gekennzeichnet werden.
Arten und Einstufung von Gefahrstoffen
- Gesundheitsgefährdend: Substanzen, die akute oder chronische Schäden verursachen, wie Reizungen, Allergien oder krebserzeugende Wirkungen.
- Physikalisch gefährlich: Stoffe, die entzündlich oder explosiv sind und daher besondere Vorsichtsmaßnahmen erfordern.
- Umweltgefährlich: Chemikalien, die Ökosysteme beeinträchtigen, wenn sie unsachgemäß verwendet oder entsorgt werden.
Diese Einstufungen basieren auf der sogenannten CLP-Verordnung, die einheitliche Standards zur Kennzeichnung und Verpackung von Gefahrstoffen festlegt.
Schutzmaßnahmen und Vorschriften
Der Schutz der Mitarbeitenden ist oberstes Ziel beim Umgang mit Gefahrstoffen. Zu den zentralen Maßnahmen gehören:
- Substitution: Wenn möglich, sollten weniger gefährliche Alternativen verwendet werden.
- Technische Kontrolle: Zum Beispiel geschlossene Systeme und Belüftungen zur Minimierung der Exposition.
- Persönliche Schutzausrüstung: Atemschutz, Handschuhe und Schutzkleidung sind oft erforderlich, wenn die Gefahr nicht anderskontrolliert werden kann.
Zudem verlangt die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) eine sorgfältige Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation aller Schutzmaßnahmen, um den sicheren Umgang mit Gefahrstoffen zu gewährleisten und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften nachzuweisen.
Kennzeichnung und Transparenz
Gefahrstoffe müssen eindeutig gekennzeichnet sein, damit potenzielle Risiken sofort erkennbar sind. Hierfür gibt es international anerkannte Gefahrensymbole und Sicherheitshinweise (z. B. die H- und P-Sätze). Diese Etiketten warnen vor den spezifischen Gefahren und geben Hinweise für den sicheren Umgang und die richtige Lagerung. Gefahrstoffe sind also überall dort präsent, wo Chemikalien in die Produktion oder das Produkt selbst integriert werden. Die sichere Handhabung ist daher nicht nur ein gesetzliches, sondern auch ein ethisches Erfordernis, um Arbeitskräfte, Verbraucher und Umwelt gleichermaßen zu schützen.
L
LkSG
Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) ist ein deutsches Gesetz, das am 1. Januar 2023 in Kraft trat. Es zielt darauf ab, Menschenrechte und Umweltschutz entlang der gesamten Lieferkette zu stärken und verpflichtet Unternehmen, Risiken in ihren Lieferketten zu identifizieren und Maßnahmen zu ergreifen, um diese Risiken zu minimieren.
Für wen gilt das LkSG?
Das LkSG gilt für Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden, die ihren Hauptsitz oder eine Niederlassung in Deutschland haben. Damit werden zahlreiche Großunternehmen dazu verpflichtet, ihre globalen Lieferketten sorgfältiger zu prüfen und Verantwortung zu übernehmen.
Kernpflichten der Unternehmen
Unternehmen müssen ein umfassendes Risikomanagementsystem einführen, das mehrere Elemente umfasst:
- Risikobewertung: Identifikation und Bewertung von Menschenrechts- und Umweltrisiken in der Lieferkette.
- Präventivmaßnahmen: Einführung von Maßnahmen, um potenzielle Risiken zu verhindern oder zu minimieren.
- Beschwerdeverfahren: Schaffung eines Meldewegs, über denbetroffene Personen Beschwerden einreichen können.
- Berichtspflicht: Jährliche Berichterstattung an die zuständigen Behörden und Veröffentlichung auf der Unternehmenswebsite
Ziel des LkSG: Verantwortung entlang der Lieferkette
Das LkSG erweitert die Unternehmensverantwortung über den eigenen Betrieb hinaus auf die gesamte Lieferkette. Unternehmen müssen nicht nur ihre direkten Zulieferer, sondern auch indirekte Lieferanten im Blick behalten. Bei Verdacht auf Verstöße sind sie verpflichtet, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen.
Konsequenzen bei Verstößen
Bei Nichteinhaltung der Pflichten drohen Bußgelder bis zu 8 Millionen Euro oder 2 % des globalen Jahresumsatzes, je nach Unternehmensgröße. Zudem kann ein Verstoß zur Sperrung von öffentlichen Aufträgen führen, was Unternehmen einen starken Anreiz zur Compliance gibt. Mit dem LkSG setzt Deutschland ein starkes Zeichen für nachhaltige und faire Lieferketten und treibt den internationalen Standard für Menschenrechte und Umweltschutz in der Wirtschaft voran.
Lieferantenauskunft
Die Lieferantenauskunft, oft auch als Lieferantenselbstauskunft bezeichnet, ist ein umfassendes Instrument, das Unternehmen nutzen, um Informationen von ihren Lieferanten zu sammeln und deren Eignung zu bewerten. Sie dient dazu, das Beschaffungsrisiko zu minimieren und sicherzustellen, dass die Lieferanten den Qualitäts-, Sicherheits- und Nachhaltigkeitsstandards entsprechen.
Ziel und Nutzen der Lieferantenauskunft
Durch die Lieferantenauskunft können Unternehmen systematisch Informationen über die Geschäftsprozesse, Zertifikate und rechtlichen Standards ihrer Lieferanten erfassen. Die Selbstauskunft bietet Einblicke in die Finanzsituation, das Qualitätsmanagement, Umweltmaßnahmen sowie die Einhaltung von Vorschriften, wie REACH und anderen relevanten Standards. Diese Informationen helfen, den besten Partner zu identifizieren und Risiken in der Lieferkette frühzeitig zu erkennen.
Inhalt einer Lieferantenauskunft
Ein Lieferantenselbstauskunft-Formular umfasst üblicherweise:
- Unternehmensdaten wie Größe, Standorte und Eigentümerstruktur
- Qualitäts- und Umweltmanagement einschließlich Zertifikate (z. B. ISO9001, ISO 14001)
- Nachhaltigkeitspraktiken zur Reduzierung von Emissionen und dem Umgang mit Gefahrstoffen
- Finanzkennzahlen und Produktsicherheitsinformationen
- Maßnahmen zur Risikominimierung und Dokumentation der Einhaltung von Arbeits- und Umweltschutzbestimmungen
Vorteile und Anforderungen für die Lieferkette
Die Lieferantenauskunft fördert Transparenz und Vertrauen in der Lieferkette und schafft eine solide Grundlage für nachhaltige und ethische Partnerschaften. Die regelmäßige Aktualisierung und Überprüfung dieser Daten sind ein wichtiger Bestandteil, um den sich ändernden rechtlichen und wirtschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden und ein hohes Maß an Compliance sicherzustellen.
Für die Erfüllung von Vorschriften wie dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und zur Einhaltung internationaler Standards ist die Lieferantenauskunft ein essenzielles Werkzeug in der Lieferantenbewertung und -auswahl.
M
Material Compliance
Material Compliance stellt sicher, dass Produkte gesetzliche Vorgaben zu enthaltenen Materialien einhalten und keine verbotenen oder beschränkten Substanzen enthalten. Dies ist besonders wichtig, da die Regulierung von Chemikalien und Materialien weltweit zunimmt und Unternehmen die Verantwortung tragen, ihre Materialien entsprechend zu kontrollieren und zu dokumentieren.
Wichtige Vorschriften zur Material Compliance
In der EU sind zwei zentrale Vorschriften zu beachten, die wir in den zurückliegenden Posts schon thematisiert haben.
REACH (Registration, Evaluation, Authorization and Restriction of Chemicals), die die sichere Verwendung von Chemikalien sicherstellen soll. Unternehmen müssen Substanzen identifizieren und bewerten und gegebenenfalls über besorgniserregende Stoffe (SVHC) informieren.
RoHS (Restriction of Hazardous Substances), welche die Verwendung von gefährlichen Stoffen wie Blei, Quecksilber und Cadmium in Elektrogeräten regelt.
Diese Vorgaben verlangen, dass Unternehmen entlang ihrer Lieferkette Transparenz schaffen und die Materialzusammensetzung ihrer Produkte genau kennen.
Herausforderungen und Nutzen der Material Compliance
Die Einhaltung von Material Compliance stellt Unternehmen vor Herausforderungen, insbesondere im internationalen Handel, da Vorgaben je nach Region variieren und sich stetig weiterentwickeln. Effektive Prozesse für Material Compliance sind daher entscheidend. Sie helfen nicht nur dabei, Strafen und Rückrufe zu vermeiden, sondern stärken auch das Unternehmensimage und die Kundenzufriedenheit.
Lieferantenmanagement und Dokumentation
Eine erfolgreiche Material Compliance-Strategie erfordert ein umfassendes Lieferantenmanagement und die kontinuierliche Dokumentation. Unternehmen müssen regelmäßig Informationen von ihren Lieferanten einholen und aktualisieren, um sicherzustellen, dass alle Vorgaben erfüllt sind. Moderne Softwarelösungen wie complyhub helfen dabei, diese Prozesse effizient zu gestalten und die Materialkonformität langfristig sicherzustellen.
Warum Material Compliance wichtig ist
Material Compliance ist mehr als eine gesetzliche Verpflichtung – sie fördert nachhaltige und sichere Produkte, die den Anforderungen der Märkte gerecht werden und zur Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit beitragen. Unternehmen, die in diesem Bereich proaktiv agieren, schaffen nicht nur Rechtssicherheit, sondern stärken auch ihre Wettbewerbsposition.
R
REACH
REACH (Registration, Evaluation, Authorisation, and Restriction of Chemicals) ist eine zentrale EU-Verordnung zum Schutz von Umwelt und Gesundheit durch die sichere Nutzung chemischer Stoffe. Sie gilt für alle in der EU hergestellten oder importierten chemischen Substanzen.
Ist ein Produkt REACH-konform, bedeutet dies, dass es keine gefährlichen Chemikalien über den festgelegten Grenzwerten enthält und den Anforderungen der EU entspricht.
Anforderung und Zielsetzung von REACH
Die REACH-Verordnung verlangt von Unternehmen, alle in ihren Produkten verwendeten Chemikalien zu registrieren und deren Risiken zu bewerten. Ziel ist es, die Risiken für Mensch und Umwelt zu minimieren und Transparenz in der Lieferkette zu schaffen.
Elemente der REACH-Verordnung
REACH umfasst mehrere wesentliche Komponenten:
- Kandidatenliste: Chemikalien mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften (Substances of Very High Concern, SVHC) werden hier von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) aufgeführt und zweimal jährlich aktualisiert und veröffentlicht.
- Zulassungspflichtige Stoffe: Stoffe, die in der REACH-Verordnung unter Anhang XIV aufgeführt sind, benötigen eine spezielle Zulassung
- Beschränkung des Einsatzes bestimmter Chemikalien: Anhang XVII listet verbotene oder beschränkte Substanzen, die nur in begrenztem Umfang verwendet werden dürfen.
Verpflichtungen für Unternehmen
Unternehmen müssen alle Chemikalien ab einer jährlichen Menge von einer Tonne pro Hersteller oder Importeur registrieren. Dazu gehört auch die Weitergabe sicherheitsrelevanter Informationen an nachgelagerte Anwender und die Meldung von besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHC) an die SCIP-Datenbank, wenn diese in Produkten vorkommen.
Herausforderungen und Auswirkungen
Die Einhaltung der REACH-Vorgaben stellt viele Unternehmen vor Herausforderungen, da sie auf eine transparente Materialbeschaffung und umfassende Daten zur Zusammensetzung angewiesen sind. Die REACH-Verordnung treibt jedoch auch Innovation und Nachhaltigkeit voran, da Unternehmen zur Erforschung weniger schädlicher Alternativen motiviert werden.
REACH ist damit ein zentrales Instrument für nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Chemikalienmanagement in der EU.
Risikobeurteilung und Risikobewertung
In diesem Whitepaper rund um Product Compliance beschäftigen wir uns mit dieser Frage, weil Risikomanagement und Product Compliance eng miteinander verknüpft sind.
Product Compliance bezieht sich auf die Einhaltung aller produktbezogenen Vorschriften und Standards während des gesamten Produktlebenszyklus. Ein effektives Risikomanagement identifiziert, bewertet und steuert potenzielle Risiken, die aus der Nichteinhaltung dieser Vorschriften entstehen können.
Durch die Integration von Risikomanagement in die Product Compliance können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Produkte den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, wodurch finanzielle Verluste, rechtliche Sanktionen und Reputationsschäden vermieden werden. Ein systematisches Risikomanagement ermöglicht es, Product Compliance-Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu deren Minderung zu ergreifen.
Der Prozess der Risikobeurteilung
Die Risikobeurteilung beginnt mit der Risikoanalyse, bei der mögliche Gefahren erfasst werden. Typischerweise umfasst dies die Identifikation von Gefährdungen, etwa durch physikalische, chemische oder betriebliche Risiken. Dieser Schritt zielt darauf ab, Risiken frühzeitig zu erkennen und die erforderlichen Daten für eine Bewertung zu sammeln.
Risikobewertung: Qualitative und quantitative Ansätze
Die eigentliche Risikobewertung folgt auf die Analyse und besteht darin, das Risiko basierend auf zwei Faktoren zu beurteilen: Schadensausmaß (z. B. potenzielle Gesundheits- oder Umweltbelastung) und Eintrittswahrscheinlichkeit.
- Qualitative Risikobewertung: Dabei werden Risiken anhand von Kategorien wie „hoch“, „mittel“ oder „niedrig“ klassifiziert. Diese Methode ist oft intuitiv, eignet sich für allgemeine Risiken und basiert auf Fachwissen und Erfahrungen.
- Quantitative Risikobewertung: Hier werden numerische Datenverwendet, um Wahrscheinlichkeiten und potenzielle Schäden genau zu berechnen. Sie liefert präzisere Ergebnisse, erfordert jedoch detaillierte Daten und geeignete Software oder mathematische Modelle.
Maßnahmen zur Risikoreduzierung
Die Risikobeurteilung endet nicht mit der Bewertung. Es folgt die Entwicklung und Umsetzung von Risikominderungsmaßnahmen. Diese umfassen technische Anpassungen, organisatorische Schutzmaßnahmen und gegebenenfalls persönliche Schutzausrüstung. In der Praxis wird oft das STOP-Prinzip verwendet: Substitution gefährlicher Prozesse oder Stoffe (S), technische und organisatorische Maßnahmen (T und O) und persönliche Schutzmaßnahmen (P).
Einsatz in verschiedenen Branchen
Risikobeurteilungen sind in vielen Bereichen wichtig, von Maschinenbau über Umweltschutz bis zur Arbeitssicherheit. Sie helfen, Arbeitsunfälle und Umweltschäden zu vermeiden und fördern die kontinuierliche Verbesserung der Sicherheitsstandards. Unternehmen, die systematische Risikobewertungen durchführen, profitieren von einem verbesserten Schutz und einer besseren Entscheidungssicherheit.
RoHS
RoHS, kurz für Restriction of Hazardous Substances, ist eine EU-Richtlinie, die die Verwendung gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten einschränkt. Die RoHS-Vorgaben legen fest, dass bestimmte Schadstoffe wie Blei, Quecksilber, Cadmium und einige Flammschutzmittel nicht oder nur in minimalen Mengen in Produkten vorkommen dürfen.
Diese Regelung schützt die Umwelt und die menschliche Gesundheit, indem der Einsatz toxischer Substanzen verringert wird – ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Wie erkennt man, ob ein Produkt die RoHS-Richtlinie einhält?
Ein Produkt, das RoHS-konform ist, erkennt man in der EU am CE-Kennzeichen. Seit der Einführung der RoHS-Richtlinie 2011/65/EU (auch „RoHS 2“ genannt) ist die CE-Kennzeichnung notwendig, um RoHS-Compliance anzuzeigen. Dieses Kennzeichen signalisiert, dass das Produkt alle relevanten EU-Richtlinien erfüllt und den gesetzlichen Umwelt- und Sicherheitsstandards entspricht.
Um diese Kennzeichnung anzubringen, müssen Hersteller eine Konformitätserklärung erstellen und eine technische Dokumentation vorlegen, die belegt, dass das Produkt RoHS-konform ist.
So trägt das CE-Kennzeichen entscheidend zur Transparenz bei und zeigt Verbrauchern und Behörden, dass das Produkt strenge Anforderungen einhält.
S
SCIP
Die SCIP-Datenbank (Substances of Concern In Products) wurde von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) als zentrale Informationsquelle über besorgniserregende Stoffe (Substances of Very High Concern, kurz SVHC) in Produkten eingeführt. Seit 2021 sind EU-Hersteller, Importeure und Vertreiber dazu verpflichtet, Produkte, die mehr als 0,1% SVHC enthalten, in dieser Datenbank zu melden. Die SCIP-Datenbank wurde im Rahmen der EU-Abfallrahmenrichtlinie eingerichtet und verfolgt das Ziel, die Sicherheit im Recyclingprozess zu erhöhen und gefährliche Stoffe in der Kreislaufwirtschaft zu verringern.
Warum ist die SCIP-Datenbank wichtig?
Die SCIP-Datenbank informiert Abfallentsorger und Verbraucher über potenziell gefährliche Substanzen in Produkten. Dies ermöglicht eine sichere und gezielte Handhabung, Wiederverwendung oder Entsorgung von Produkten und unterstützt langfristig eine nachhaltige Wirtschaft. Verbraucher profitieren von dieser Transparenz und können sich bewusst für Produkte entscheiden, die keine oder nur minimale Mengen gefährlicher Stoffe enthalten.
Wer muss eine SCIP-Meldung machen?
Unternehmen, die Artikel mit besorgniserregenden Stoffen auf dem EUMarkt bereitstellen, sind zur Meldung an die SCIP-Datenbank verpflichtet. Diese Informationen umfassen u. a. den Namen und die Position des gefährlichen Stoffs sowie Hinweise zur sicheren Nutzung und Entsorgung des Produkts.
Durch die SCIP-Datenbank wird ein Schritt in Richtung einer giftfreien Kreislaufwirtschaft gemacht, die den Schutz von Mensch und Umwelt in den Mittelpunkt stellt.
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Warum ist ein gutes Material-Compliance-Management für Unternehmen so wichtig?
Unternehmen müssen sich zwangsläufig mit dem Material-Compliance-Management auseinandersetzen. Die Herausforderung besteht in der Komplexität, denn sowohl für das Unternehmen auf der einen als auch für die Kunden auf der anderen Seite bietet es verschiedene Vorteile und Ansatzpunkte. Für Unternehmen gibt es beim Material-Compliance-Management in erster Linie darum, sämtliche Substanzen und Komponenten zu überwachen, aber auch zu kontrollieren, die in der Produktion Einsatz finden. Eine gut durchdachte Material-Compliance kann dazu beitragen, dass Kundenanfragen schneller beantwortet oder sogar automatisiert bearbeitet werden können. So lassen sich entscheidende Vorteile beim Kundenservice erzielen.Wie wirkt sich gutes Material-Compliance-Management auf ein Unternehmen aus?
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In unserem FAQ finden Sie eine Zusammenstellung von Fragen, die häufig in Verbindung mit der Material Compliance auftauchen und die wir beantworten möchten.Was genau bedeutet Material Compliance?
Unter dem Begriff Material Compliance wird die Einhaltung von sämtlichen regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen umfasst, die sich auf Materialien und Stoffe beziehen, die in Produkten Verwendung finden. Auf diesem Weg soll insbesondere sichergestellt werden, dass die Produkte frei von schädlichen Stoffen und Substanzen sind. Relevant sind hier die Vorschriften zu Sicherheit, Umwelt und Gesundheit. Dazu gehören insbesondere Regelwerke wie REACH, RoHS oder SCIP, die den Einsatz bestimmter Stoffe und deren Dokumentation regeln.Wie setzt sich die Material Compliance zusammen?
Die Material Compliance umfasst Regelungen zu Überwachung und Dokumentation, geht aber auch auf stoffrechtliche Anforderungen und ein Gefahrstoffmanagement ein. Das Gefahrstoffmanagement zielt darauf ab, gefährliche Substanzen zu identifizieren und ebenso zu vermeiden. Weiterhin sieht die Material Compliance eine Nachweisführung vor. So müssen Unternehmen generell dazu in der Lage nachzuweisen, dass ihre Produkte keine bedenklichen Substanzen enthalten.Warum ist die Material Compliance so wichtig?
Eine funktionierende Material Compliance schützt Unternehmen vor rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken. Wer seine Stoffdaten korrekt verwaltet, minimiert das Risiko von Produktrückrufen, Bußgeldern oder Importstopps. Gleichzeitig verbessert sie die Transparenz in der Lieferkette und unterstützt nachhaltige Produktentwicklung.Kurz gesagt: Material Compliance ist ein wesentlicher Bestandteil des Qualitäts- und Risikomanagements – und ein zentraler Baustein verantwortungsvoller Produktpolitik