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Lesetipp: Zusammen wachsen

wirtschaftsspiegel 5|2019
Informationen der IHK Nord Westfalen
K 506, 1. Mai 2019

Weil in Europa Barrieren gefallen sind, kann manche Wachstumskurve steigen. Die gds GmbH und sechs weitere Unternehmen aus Nord-Westfalen berichten, warum sie konsequent die Freiheiten und Chancen nutzen, die ihnen der EU-Binnenmarkt bietet.

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Normen mit Nutzwert 

Ludger Bruns ist sicher, dass diese Harmonisierung den Warenverkehr und die Wachstumsperspektiven im EU-Binnenmarkt kräftig angeschoben hat. „Die EU-Normen und Standards sind wie eine einheitliche technische Sprache, die eine einfache und schnelle Kommunikation im Sinne des freien Warenverkehrs ermöglicht“, erklärt der Leiter Service Consulting der gds GmbH.

Das Sassenberger Unternehmen bietet Full Service rund um die Technische Dokumentation von Produkten an – von der Risikobeurteilung und der Erstellung von Betriebsanleitungen und Konformitätserklärungen sowie CE-Kennzeichnung bis zu Übersetzungen und Software für die Technische Dokumentation. „Unglaublich teuer“, waren früher viele Industrieprodukte, die in Kleinserien für den Export hergestellt wurden, weil jeweils andere Landesspezifikationen bedacht werden mussten, erinnert Bruns. In jedem Schaltschrank etwa lauerte der Schrecken der Kabelbelegung: Fast jedes Land hatte unterschiedliche Vorgaben bereits für die Farbcodes der Kabel. Mit der Norm DIN EN 60204 für Ausrüstung elektrischer Maschinen beispielsweise sei zum einen die Sicherheit für Anwender, zum anderen die Wettbewerbsperspektiven für den Hersteller enorm gestiegen, erläutert der Experte. Für Einkäufer sei es längst selbstverständlich, Industrieprodukte ganz einfach aus dem gesamten EU-Raum beziehen zu können. Als „Wahnsinn“ bewertet er vor diesem Hintergrund das Bestreben der Brexit-Fans, die gerne mit einem Imperial Pint auf die Rückkehr der historischen nationalen Maßeinheiten wie Unze und Yard anstoßen würden. „Deutsche Unternehmen müssten dann britische Standards einhalten, in vielen Fällen würde sich die Produktion für diesen Markt nicht mehr lohnen“, glaubt Bruns. Gravierende Folgen sieht er auf die britische, aber auch auf die deutsche Wirtschaft zukommen, wenn UK ein Drittstaat würde, weil Produkte von der Insel deutlich an Reiz verlören: Wer sie in die EU importiere, müsse hier den gesamten CE-Prozess finanzieren und jegliche Produktverantwortung übernehmen. Dass eine solche Entwicklung das Geschäft der gds GmbH noch lauter brummen ließe, ist für Bruns nicht nur Grund zu Freude. Ein anderer Aspekt wiegt für ihn schwerer: Wenn Waren einfach über offene Grenzen gebracht werden können, wachse nicht nur Umsatz – sondern auch die gegenseitige Akzeptanz der Menschen, die auf beiden Seiten leben.

wirtschaftsspiegel 5|2019 - Informationen der IHK Nord Westfalen
Ludger Bruns, Leiter Service Consulting und CMSE® – Certified Machinery Safety Expert, Certified PCO im Interview mit dem "wirtschaftsspiegel"

Ludger Bruns, Leiter Service Consulting bei der gds GmbH und CMSE® – Certified Machinery Safety Expert, Certified PCO

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