Rechtskonform und effizient dank Redaktionssystem

So optimieren Unternehmen ihren CE-Prozess

Die CE-Kennzeichnung von Maschinen und Anlagen ist Pflicht
CE-Kennzeichnung leicht gemacht: Mit einem Redaktionssystem lassen sich die Technische Dokumentation und CE-Kennzeichnung schnell und flexibel erstellen und für verschiedene Darstellungsformen wie die mobile Nutzung optimieren

Sie ist keinesfalls neu und doch rückt sie immer stärker in den Fokus: Die CE-Kennzeichnung. Ludger Bruns ist bei der gds-Gruppe Leiter des Bereichs „Service Consulting“. Er kennt die Anforderungen genau, die an Produkte bei der Vergabe der CE-Kennzeichnung gestellt werden. Als Experte für den CE-Prozess bietet Bruns bei gds zahlreiche Workshops an und hält Vorträge über die Verzahnung der CE-Zertifizierung mit einem Redaktionssystem. Hier sind Ludger Bruns wichtigste Hinweise für Hersteller rund um das komplexe Thema CE-Support.

Das CE-Zeichen als Abkürzung für „Communauté Européenne“, also die europäische Gemeinschaft, kennen Wirtschaftszweige wie die Automotive-Branche schon lange. Nun entdecken es branchenübergreifend auch immer mehr Einkäufer für sich – immerhin garantiert die Kennzeichnung ihnen, ein einwandfreies Produkt zu erwerben. Ursprünglich stand das CE-Zeichen EU-weit für die Sicherheit von Maschinen. Inzwischen sind zahlreiche Produkte für den Endverbraucher hinzugekommen.

Der CE-Prozess ist gesetzlich vorgeschrieben

Eines vorweg: Die CE-Kennzeichnung für Maschinen, Anlagen und elektrische Geräte für den Endverbraucher ist in der EU Pflicht, an ihr lässt sich nicht rütteln. Das ist letztlich sinnvoll, garantiert der CE-Prozess doch die Sicherheit von Maschinen und Produkten. Die Kriterien, wann ein Produkt eine CE-Zertifizierung benötigt, hängen von den EU-Richtlinien ab. Die relevantesten Richtlinien sind dabei die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, die Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU und die EMV-Richtlinie 2014/30/EU über die elektromagnetische Verträglichkeit von Produkten.

Die EU-Richtlinien verlangen für den CE-Prozess grundsätzlich die vier Bestandteile Risikobeurteilung, Betriebsanleitung, Konformitätserklärung und das CE-Zeichen zum Nachweis der Konformität. Hersteller, die bei einer dieser vier Disziplinen schludern, müssen mit Konsequenzen rechnen. Eine unvollständige oder falsche Umsetzung der Komponenten führt dazu, dass ein Produkt nicht konform und damit unvollständig ist. In diesem Kontext spielt eine entsprechende Fachübersetzung eine entscheidende Rolle. Die EU-Richtlinien sehen vor, dass die Betriebsanleitung in allen Landessprachen der EU-Mitgliedsländer vorliegen müssen, in denen ein Produkt verkauft wird.

CE-Prozess: Risikobeurteilung ist Pflicht

Die Risikobeurteilung (RBU) ist nicht nur Bestandteil des CE-Prozesses, sondern bildet vielmehr die Grundlage für sichere Produkte einerseits und die effiziente Umsetzung des gesamten Prozesses andererseits. Hersteller, die ihre RBU frühzeitig im Workflow umsetzen, profitieren spürbar von deutlich gesteigerter Effizienz. Die zeitlich vorangestellte RBU garantiert folgende Punkte:

  • Eine sichere Konstruktion statt teurer Schutzeinrichtungen
  • Eine effiziente Auswahl geeigneter Bauteile und Zulieferkomponenten
  • Eine frühzeitige Einbeziehung aller relevanten Beteiligten
  • Eine gesicherte Grundlage für nachfolgende Kalkulationen
  • Eine ausgereifte Basis für die Anfertigung einer zugehörigen Fachübersetzung
  • Eine rechtzeitige Fertigstellung zum Liefertermin

Da der CE-Prozess komplex ist, bedarf es eines ganzheitlichen Ansatzes, um Effizienz zu gewährleisten. Der Grund: Die Inhalte der Risikobeurteilung, Betriebsanleitung und Konformitätserklärung sind eng miteinander verknüpft. Das heißt, ein Produkt ist nur dann konform, wenn die bestimmungsgemäße Verwendung in der Risikobeurteilung und der Betriebsanleitung identisch sind. Die Sicherheitshinweise in der Anleitung sind nun einmal nicht der Fantasie eines Redakteurs entsprungen, sondern Ergebnis der RBU. Ohne Redaktionssystem lauern hierbei zahlreiche Fehlerquellen. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Fachübersetzung. Bei der Verwendung eines Redaktions-systems mit angebundenem Translation Memory System wird sichergestellt, dass Änderungen in der Ausgangssprache einer Betriebsanleitung auch in deren Übersetzungen berücksichtigt werden.

Um die enge Verzahnung zwischen RBU und Technischer Dokumentation beziehungsweise dem Redaktionssystem zu gewährleisten, ist auf personeller Ebene Teamarbeit entscheidend. Für optimale Effizienz müssen Mitarbeiter verschiedenster Fachabteilungen gemeinsam agieren:

  • Konstruktion
  • Technische Dokumentation
  • Abteilung für Fachübersetzung
  • Einkauf und Vertrieb
  • Arbeitsschutzabteilung

Das Redaktionssystem sorgt für Effizienz

Es zeigt sich, dass der CE-Prozess viele Herausforderungen mit sich bringt. Hersteller profitieren deutlich, wenn sie den Prozess für ein möglichst breites Anwendungsszenario nutzbar machen. Modularisierung ist dazu der entscheidende Schlüssel. Verwalten Her-steller beispielweise die Inhalte ihrer CE-Komponenten als einzelne Module in einem Redaktionssystem, lassen sich diese nicht nur für einzelne Produkte, sondern ganze Produktpaletten nutzen. Somit erzielen Anwender durch das genutzte Redaktionssystem eine maximale Wiederverwendungsquote für alle Teilbereiche beim CE-Prozess. Hinzukommen zahlreiche weitere Vorteile, die ein Redaktionssystem bietet. So können Hersteller ihre CE-Komponenten automatisiert übersetzen lassen, Änderungsverfolgungen nutzen oder diese an Drittsysteme wie ERP-Lösungen anbinden.

Zugehörige Artikel

Bitte Kommentar schreiben

Sie kommentieren als Gast.
Rückruf
Kontakt