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Nur E-Scooter zu verkaufen reicht heute nicht mehr aus – die CE-Kennzeichnung ist Pflicht

Was ist eine CE-Kennzeichnung und wie wird sie erlangt?

E-Scooter, die umweltfreundlichen Elektrotretroller, sind in aller Munde, können ausgeliehen werden und erobern sich ihren Platz in den Stadtbildern. Seit das E-Scooter-Gesetz im Juni 2019 in Kraft getreten ist, dürfen die E-Scooter auch auf deutschen Straßen unterwegs sein. Dafür brauchen sie jedoch eine CE-Kennzeichnung. Unsere Technischen Redakteure Fritz-Adrian Lülf und Michael Pörschke berichten heute einmal ganz persönlich, wie sie zu den Scootern stehen und was auf dem Weg zur CE-Kennzeichnung wichtig ist.

"Ich fühle mich zurückversetzt in die ausgehenden Sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts im vergangenen Jahrtausend. Ich war ein kleiner Junge und freute mich riesig über meinen neuen Tretoller. Er war aus viel Blech, ganz hellrot und hatte hellbraune Räder. Er wurde mein treuer Begleiter auf dem Weg zum Spielplatz. Meine Eltern schenkten ihn mir wohl, damit ich meinem Drang nach Bewegung nachgehen konnte, um am Abend dann erschöpft nach Hause zu kommen.

Ein Jahrtausend und ein Jahrhundert später stehe ich nun wieder auf einem Tretroller – Diesmal aber nicht auf meinem Tretroller. Ich bin auch kein Kind mehr. Ich fahre auch nicht mehr auf den Spielplatz. Der Tretroller ist auch nicht mehr aus Blech, nicht mehr hellrot und hat keine hellbraunen Räder. Ich bewege mich auch nicht mehr mit dem Tretroller, ich stehe nur darauf. Der Tretroller fährt von alleine. Und am Ende bin ich nicht erschöpft.", erinnert sich Michael Pörschke.

Und es ist trotzdem Arbeit, denn der Tretroller steht jetzt in unserem Büro. Wir sind Technische Redakteure bei der gds GmbH und arbeiten oft an vorderster Front mit, um z. B. E-Scooter in den "Verkehr" zu bringen.

Genauso wie sich die Tretroller im Laufe der Jahre weiterentwickelt haben, hat sich auch das gesetzliche Umfeld angepasst. Während erst vor wenigen Jahren elektrisch angetriebene Fahrräder eigene Regelungen bekamen, ist im Juni 2019 mit der "Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr" (Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung – eKFV) ein rechtlicher Rahmen für viele elektrisch angetriebene Fahrzeuge entstanden.

Verkehrsclubs, Ministerien und Mobilitätsverbände informieren über die Rechte und Pflichten von E-Scooter-Fahrern – unter anderem, dass auf Radwegen, Radfahrstreifen und Fahrradstraßen gefahren werden darf, dass man auf die Fahrbahn ausweichen darf, wenn solche Wege fehlen, dass eine Versicherungspflicht besteht und dass ohne Helm gefahren werden könnte – aber natürlich nicht sollte.

gds informiert die Hersteller und Inverkehrbringer von E-Scooter über die Aufgaben und unterstützt bei den Anforderungen, die bewältigt werden müssen, damit ein sicherer E-Scooter in den Handel kommt. In einer beratenden – und auf Wunsch aus ausführenden – Funktion begleiten wir die Entwicklung und Inverkehrbringung eines E-Scooters, damit der Hersteller Konformität, Legalität und Sicherheit für sein innovatives Produkt gewährleisten kann und so eine CE-Kennzeichnung vornehmen darf – und muss.

Vier Schritte zur CE-Kennzeichnung eines E-Scooters

Um einen sicheren E-Scooter in den Verkauf zu bringen, muss ein Hersteller oder Inverkehrbringer vier Schritte durchlaufen.

  1. In der Anfangsbewertung durch das Kraftfahrtbundesamt oder eine benannte Stelle wird in einem Audit festgestellt, ob der Hersteller ein Qualitätssicherungssystem installiert hat, das eine gleichbleibende und hohe Qualität der verkauften E-Scooter sicherstellt.
  2. Mit dem Verfahren der allgemeinen Betriebserlaubnis wird festgestellt, ob der E-Scooter allen technischen Anforderungen aus der eKFV genügt. Dazu gehören Untersuchungen zur Stabilität, zur elektrischen Ausrüstung, zur Leistung und auch von so profanen Dingen wie Reflektoren, Beleuchtung und Klingel – alle müssen den Anforderungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) entsprechen.
  3. In ausführlichen und vorgeschriebenen Tests prüft ein Labor die Fahrleistungen, die Handhabbarkeit und die praktische Sicherheit des E-Scooters.
  4. Im Konformitätsverfahren erklärt der Hersteller selbst mit Anbringen einer CE-Kennzeichnung, dass sein E-Scooter allen Anforderungen bezüglich Sicherheit, elektromagnetischer Verträglichkeit und der elektrischen Ausrüstung entspricht.

Gerade beim vierten Punkt hapert es häufig. So hat zum Beispiel die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) bei Prüfungen am Hamburger Hafen festgestellt, dass die Regelungen zur Maschinensicherheit für E-Scooter oftmals nicht eingehalten werden. Wer also sicher unterwegs sein will, sollte nicht nur einen Helm tragen, sondern auch auf eine CE-Kennzeichnung achten.

Auch E-Scooter zum mieten brauchen eine CE-Kennzeichnung. Bild von Tor Einar Aslesen
Seit Juni 2019 ist mit der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung ein rechtlicher Rahmen für viele elektrisch angetriebene Fahrzeuge entstanden.

CE-Kennzeichnung – was ist das?

Seit dem Jahr 1995 gilt für Hersteller, die bestimmte Produkte in der EU vermarkten wollen, die Pflicht zu einer CE-Kennzeichnung. Es gibt verschiedene Richtlinien für verschiedene Produktklassen, unter anderem:

  • Maschinen
  • Elektrische Geräte
  • Schutzausrüstungen
  • Medizinprodukte
  • Messgeräte
  • u.v.m.

Ist ein Hersteller gesetzlich verpflichtet für sein Produkt eine CE-Kennzeichnung umzusetzen, so muss er ein Verfahren durchlaufen, das auf mehreren Stufen basiert:

  1. Zunächst muss festgestellt werden, welche EU-Richtlinien als Grundlagen dienen, also welche Anforderungen das Produkt erfüllen muss.
  2. Bei einigen Produkten ist danach ein Test von unabhängiger Stelle nötig.
  3. Es folgt – parallel zur Entwicklung – die Erarbeitung einer Technischen Dokumentation, insbesondere der Risikobeurteilung und der Bedienungsanleitung.
  4. Schließlich muss die Konformitätserklärung verfasst und unterzeichnet werden, damit die CE-Kennzeichnung angebracht werden darf – und muss.

Wie hilft die gds GmbH im CE-Prozess?

Die gds GmbH ist ein Fullservice-Anbieter, der Softwarelösungen und Dienstleistungen im Bereich der Technischen Dokumentationen bietet. Zum Portfolio gehört auch der CE-Support. Zu den Leistungen in diesem Bereich gehören:

  • Workshops zu Risikobeurteilung, zum CE-Prozess und dem rechtlichen Rahmen einer Technischen Dokumentation
  • Durchführung von Risikobeurteilungen
  • Normenrecherche
  • Erstellung von Betriebs-, Wartungs- und Montageanleitungen
  • Analyse und Aufbau von Dokumentationsprozessen
  • Dokumentenanalyse

Bei der Erstellung von Technischen Dokumentationen nach den gesetzlichen Vorgaben und den Normen werden unsere Kunden zudem durch unsere Redaktionssysteme docuglobe und XR unterstützt.

Sie können sich also nicht nur bei Fragen zur Konformität von E-Scootern an uns wenden. Wir drehen jetzt erst einmal noch eine E-Scooter-Testrunde auf dem Hof …

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