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Effizient und sicher – Wie Redaktionssysteme beim CE-Prozess unterstützen

Interview mit Ludger Bruns, Leiter der Abteilung Service Consulting

CE-Konformität gewinnt in Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Doch gestaltet sich der Prozess, der einer erfolgreichen CE-Kennzeichnung vorgeschaltet ist, durchaus komplex. Ludger Bruns, der bei der gds-Gruppe die Abteilung Service Consulting leitet, berät Unternehmen als CMSE (Certified Machinery Safety Expert) und Product Compliance Officer beim CE-Prozess. Warum die CE-Konformität notwendig ist und wie die gds-Gruppe Hersteller, Importeure und Betreiber konkret auf dem Weg zur CE-Kennzeichnung unterstützt, verrät Ludger Bruns im Interview.

Warum ist eine CE-Kennzeichnung überhaupt wichtig?

Ein Produkt ohne CE-Konformität ist wie Fahren ohne Führerschein. Der CE-Prozess dient dazu, ein sicheres Produkt zu gewährleisten und die Sicherheits- & Gesundheitsschutzanforderungen der Maschinenrichtlinie, ebenso wie weitere Vorgaben, einzuhalten. Sie wird gesetzlich gefordert, sonst ist das Produkt nicht vollständig. Als Hersteller gilt es sicherzustellen, dass ein Produkt bei Lieferung zu den Vorgaben des jeweiligen Landes konform ist. In Europa ist das CE, in Eurasien ist es z. B. EAC – jedes Land hat ganz bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen. Doch ist wichtig festzuhalten, dass die CE-Zertifizierung ein Prozess ist, bei dem es mit dem Aufkleben des CE-Zeichens nicht getan ist. Zu einem CE-Prozess gehören immer eine Risikobeurteilung, die Erstellung der Betriebsanleitung, die sogenannte Konformitätserklärung und zuletzt das CE-Zeichen.

Warum gewinnt der CE-Prozess in den letzten Jahren an Bedeutung?

Obwohl es die Maschinenrichtlinie schon seit über 20 Jahren gibt, hat diese gerade in den letzten drei bis vier Jahren massiv an Wahrnehmung am Markt gewonnen. Was sich gewandelt hat, ist, dass die Sicherheit von Produkten heute von jedem erwartet wird und als selbstverständlich gilt. Was die Einhaltung von CE am Markt letztlich antreibt, sind also die Kunden bzw. Einkäufer. Diese haben erkannt, dass sie ein Recht darauf haben, dass ihr Produkt vollständig und konform ist. Umso wichtiger ist es, Werkzeuge für den CE-Prozess zu haben, die im Ergebnis CE-Konformität einerseits, maximale Effizient in der Erstellung andererseits gewährleisten. Denn Konformität, also die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben und dessen Dokumentation ist nicht nur wichtig, sondern auch aufwändig. Entsprechend wichtig ist es, die Prozesse so effizient wie möglich umzusetzen.

Ludger Bruns, Leiter der Abteilung Service Consulting bei gds und Experte für das CE-konforme Arbeiten mit Redaktionssystemen
Ludger Bruns ist Product Compliance Officer beim CE-Prozess und somit gds-Experte für das CE-konforme Arbeiten mit Redaktionssystemen.

Wie kann die gds-Gruppe ihre Kunden bei diesem Prozess durch ihre Redaktionslösungen unterstützen?

Mit CE - EXPERT bietet gds ein Werkzeug, das den Anwender bei der Erstellung eines CE-konformen Produkts unterstützt. CE - EXPERT basiert auf unserer jahrelangen Erfahrung in CE-Prozessen und ist auf die Anforderungen der Maschinen- und weiterer Richtlinien ausgerichtet. Unsere Redaktionssysteme docuglobe und künftig auch XR unterstützen den Anwender beim CE-Prozess, indem sie diesen Schritt für Schritt begleiten und einen roten Faden bieten, an dem man sich entlangarbeiten kann.

Welche Funktionen bietet das Redaktionssystem hier konkret?

Das Redaktionssystem greift auf wiederverwendbare Module zurück, die es erleichtern, Risikobeurteilung, Betriebsanleitung und Konformitätserklärung übereinstimmend zu erstellen. Im Mittelpunkt steht hierbei CE - EXPERT. Damit können Anwender Risikobeurteilungen in modularer Weise erstellen und dabei Technische Daten, Beschreibungen der Maschine, Restrisiken usw. eins zu eins in die Betriebsanleitung übernehmen. Damit ist man deutlich effizienter. Es ist also zeitsparend und der Schlüssel zur Konformität.

CE-KOMFORME REDAKTIONSSYSTEME SIND DIE ZUKUNFT

Unterstützt gds die Kunden auch bei der FMEA-Analyse?

Ja, das Thema FMEA wird zunehmend von unseren Kunden an uns herangetragen, da es direkt im Zusammenhang mit der Risikobeurteilung steht. Inhalte der Risikobeurteilung und FMEA beinhalten viele Parallelen, das heißt, wenn ein Kunde schon eine FMEA erstellt hat, sind dort Inhalte enthalten, bei denen es lohnenswert ist, sie in die Risikobeurteilung zu übernehmen – und umgekehrt auch. Sofern es sich um Standard-Schnittstellen von Risikobeurteilung und FMEA handelt, haben wir diese natürlich an Bord, Besonderheiten können dann im Customizing umgesetzt werden.

In welchen Netzwerken oder Arbeitskreisen ist gds bezüglich des CE-Prozesses aktiv?

Da gibt es diverse. Beispielsweise im Arbeitskreis CE der Handwerkskammer Münster oder der IHK Ostwestfalen. Zusätzlich sind wir beim oder der OWL Maschinenbau e. V. aktiv, einer Vereinigung von knapp 200 namhaften Unternehmen. Nicht zu vergessen sind natürlich unsere niederländischen Partner der VMO, in der wir über 150 niederländischen Unternehmen zur Seite stehen. Des Weiteren sind wir Mitglied bei dem Netzwerk Compliance e. V. in der Arbeitsgruppe oder der "Product Compliance". Rund 30 Experten aus DACH-Unternehmen treffen sich dort regelmäßig, um sich auszutauschen und gegenseitig zu informieren. Da das Thema unglaublich breit gefächert ist, ist es unmöglich, dass ein Mensch all das allein bearbeiten kann. Deswegen ist so ein Netzwerk sehr wichtig. In den Vereinigungen sind produzierende Unternehmen, Dienstleister und entsprechende Fach-Rechtsanwälte vertreten, sodass alle Themenbereiche abgedeckt werden und wir uns gegenseitig bestmöglich helfen können.

Sie leiten auch Workshops für CE-Prozesse. Wie schulen Sie die Kunden dort?

CE - EXPERT ist ein Werkzeug für Experten. Nicht jeder kann ohne Weiteres eine Risikobeurteilung erstellen. Wir verfolgen für unsere Kunden ganz klar das Ziel der Konformität und dafür muss die Person, die mit dem Redaktionssystem arbeitet, auch gewisse Kenntnisse haben. Wir beginnen aber immer mit den Grundlagen: Was ist CE und was beinhaltet der CE-Prozess? Das wollen wir den Unternehmen vermitteln. In den Workshops sitzen Konstrukteure, Redakteure aber auch Teile der Geschäftsleitung oder Mitarbeiter aus Einkauf und Vertrieb. Primär entwickeln natürlich Konstrukteure die Prozesse, aber alle anderen Unternehmensbereiche gehören auch mit zum Produktprozess und es ist wichtig, dass diese einen Überblick bekommen und für die Thematik sensibilisiert werden. Im zweiten Teil geht es dann um moderierte Risikobeurteilung. Wir erstellen gemeinsam mit den Beteiligten im Unternehmen eine Risikobeurteilung für ein ganz bestimmtes Produkt des Hauses. Wichtig ist, vor Ort an konkreten Produkten zu arbeiten – immer mit dem Hintergrund, dass die Beteiligten die Prozesse lernen und verinnerlichen sollen, damit sie diese später eigenständig erstellen können.

Steht schon ein nächstes Projekt an, mit dem Sie CE - EXPERT weiter optimieren wollen?

Natürlich haben wir schon viele, viele Ideen, wie bei jeder Software. Eine Software ist niemals fertig. In Planung ist, beispielsweise CE - EXPERT dahingehend zu erweitern, dass Informationen über aktuelle Normen und damit verbundene Änderungen schnell und unkompliziert integriert werden können. Dies dient dazu, dass der Anwender stets darüber informiert ist, welche Normen sich geändert haben, für welche seiner Produkte das relevant ist und wo das Produkt diesbezüglich überarbeitet werden muss. Diese Brücke wollen wir in CE - EXPERT integrieren. Denn: Lösungen wie CE - EXPERT von gds sind die Zukunft. Nicht nur, weil sie effizient sind, sondern weil CE – wie man auch von Kunden immer wieder hört – nur mit einem System leistbar ist. Von Hand wäre es viel unübersichtlicher und umfangreicher.

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