News - Technische Dokumentation - Software und Dienstleistungen

News - Technische Dokumentation - Software und Dienstleistungen

14.05.2008Kurze Wege für interessierte Fachleute - docutalk on Tour

Süd-, Mittel- und Norddeutschland, Nürnberg, Essen und Hamburg, das waren die Veranstaltungsorte der docutalk-Seminarreihe im ersten Quar­tal 2008, die gerade erfolgreich abgeschlossen wurde. gds ist es gelungen, mit docutalk seinen Kunden und Interessenten näher zu kommen – fachlich und eben auch geogra­fisch. Den Vorteil der kurzen Anreise nutzten die Teilnehmer, um sich zu den Themen „MS Word" und „Die neue EG-Maschinenrichtlinie" di­rekt bei Experten zu informieren.

Referent Dr. Matthias Hattemer zeigte eindrucksvoll, wie Word sehr professionell in der Technischen Dokumentation eingesetzt werden kann. Neben der Erstellung von dynamischen Querverweisen und der Einarbeitung seitenbezogener Marginaltexte gab
es einen Exkurs in die Welt der Dokumentenvorlagen. Ein für Hattemer dringliches  Thema, denn er ist überzeugt:„Man kann nur vernünftig mit Word in der Technischen Dokumentation arbeiten,       
wenn professionell Vorlagen eingerichtet sind".

Mit alternativen Techniken zum Einfügen von Grafiken zeigte der Word-Profi anschaulich die Vorteile, die der Technische Redakteur bei der Verknüpfung dieser Daten hat. Ist die Ver­knüpfung einmal erstellt, muss sich der Anwender nie wieder Gedanken um die Aktualisierung seiner Grafikdateien im Dokument machen. Dar­-über hinaus hält diese Arbeitsweise die Dokumente schlank. Geringere Datenvolumina danken dies mit schnelleren Zugriffs- und Verarbeitungszeiten. Hattemer kennt sich aber nicht nur mit allen Word-Funktionen aus, er hat gründlich hinter die Kulissen des weltweit am meisten genutzten Editors geschaut. So konnte er den Teilnehmern auch Kniffe zeigen, die weit über die gängige Anwendung hinausgehen, so zum Beispiel der Umgang mit automatisch mitgeführten Formatierungen, die Copy/Paste-Aktionen mit sich bringen, die aber selten erwünscht sind. Virtuos klickte sich Matthias Hattemer von Thema zu Thema und von Befehlstaste zu Befehlstaste.

Der zweite Schwerpunkt des Seminars „Die wesentlichen Veränderungen und Ergänzungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG" gilt in weiten Kreisen des Maschinenbaus als notwendiges Übel, mit dem man sich auseinandersetzen muss. Schließlich muss diese Gesetzesvorgabe ab dem 29.12. 2009 zwingend an­gewendet werden. Viele Inhalte sind allerdings gar nicht so neu und stehen bereits in der heute gültigen Fassung der Richtlinie. „Die Überarbeitung ist allerdings viel präziser", so der Experte Horst-Henning Kleiner, der es verstand sehr anschaulich und locker über das Gesetz zu referieren, so dass die Zeit wie im Flug verging.

Immer orientiert am Menschen – bei Kleiner heißt dieser „Paul" – machte er deutlich, wie wichtig die Durchführung der Risikobeurteilung im Zu­sammenhang mit der Einführung einer Maschine ist. Letztlich geht es darum, Menschen vor Schaden zu bewahren. „60 bis 70 Prozent der Unternehmen beschäftigen sich nicht mit der vorgeschriebenen Gefahren­analyse", weiß Kleiner und empfiehlt dringend, schon während der Konstruktionsphase an die späteren An­wender zu denken. Hier empfiehlt sich auch die Einbindung eines technischen Laien in die Arbeitsgruppe, der die Dinge noch einmal durch eine anderen Brille betrachtet als ein Techniker.

Lebhafte Diskussionen kamen bei dem Thema „Wann ist eine Maschine eigentlich vollständig?" auf. Kleiner informierte die Teilnehmer und erläuterte die „Elemente" einer vollständigen Maschinen, die natürlich neben der Technik eine CE-Kennzeichnung erfordert, die Vollständigkeit von Technischen Unterlagen, die Einbauerklärung, sofern die Maschine Teil einer größeren Maschine ist, und die Montageanleitung. Und das Ganze immer in der Sprache des Verwenderlandes. Allerdings, so warnte Kleiner: „Auch wenn Maschinen alle Richtlinien erfüllen, heißt es noch nicht, dass diese auch die Anforderungen des Produkt­haftungsgesetzes erfüllen."

Einen besonderen Appell richtete Kleiner dann noch an die Institutionen, die Konstrukteure ausbilden: Die Maschinenrichtlinie steht in der Regel nicht auf dem Lehrplan der Studenten, so dass diese erst in der Praxis damit in Berührung kommen. Besser wäre eine Sensibilisierung mit dem Thema bereits im Studium.

Abschließend wünschte sich der Dokumentationsprofi: „Schön wäre es, wenn die Konstruktion meldepflichtig gegenüber der Technischen Dokumentation wäre. Das wäre für mich der Idealfall des Informationsflusses im Sinne einer korrekten und immer aktuellen Dokumentation zum Schutz der Anwender."

Einer der Teilnehmer, Gerhard Limbach, ist selber Experte und arbeitet bei der DokuTec Safety-Engineering & Documentation in Weinbach. Sein Kommentar: „Ein interessantes und anregendes Seminar. Die beiden Referenten sind gut ausgewählt, haben einen lebendigen, fundierten Vortrag gehalten und mir auch noch einiges, für mich Neues, beigebracht. Ich kann das Seminar jedem sachlich Interessierten nur empfehlen."