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23.11.2009Wann Aktiv / wann Passiv nutzen?

Wenn Sie eine Betriebsanleitung schreiben, dann sprechen Sie den Leser auf ganz unterschiedliche Weise an: Sie fordern ihn auf etwas zu tun, Sie warnen vor Gefahren oder Sie beschreiben die Funktionsweise einer Maschine. Ob Sie dafür besser eine Passiv- oder eine Aktivkonstruktion verwenden, hängt davon ab, welche Absichten Sie mit Ihrem Text verfolgen.

Aktiv- und Passivkonstruktionen betonen unterschiedliche Aussagen von ein und dem selben Sachverhalt.

Passiv
Die Passivkonstruktion betont eher die Handlung bzw. einen Zustand. Für Produkt- oder Funktionsbeschreibungen ist die Verwendung des Passiv gut geeignet.

Beispiel: Das Produkt ist in verschiedenen Ausführungen lieferbar.

Aktiv
Bei der Aktivkonstruktion steht die handelnde Person im Vordergrund. Mit Aktivformulierungen wecken Sie die Aufmerksamkeit des Lesers. Dies ist bei Handlungsaufforderungen oder Gefahrenhinweisen erwünscht, denn Sie wollen erreichen, dass der Leser etwas tut oder nicht tut, z. B. weil es gefährlich ist.

Beispiel: Schalten Sie den Hauptschalter aus.

Die passive Handlungsaufforderung Der Hauptschalter ist auszuschalten oder Der Hauptschalter muss ausgeschaltet werden lässt den Leser nicht nur darüber im Unklaren, wer eine Aufgabe erledigen darf/kann/muss, sondern klingt darüber hinaus in ihrer Formulierung auch noch ziemlich steif und bürokratisch.

Davon mal abgesehen, kann es aber auch gefährlich sein, die handelnde Person nicht zu nennen. Insbesondere bei Gefahrenhinweisen muss klar sein, wer etwas tun muss oder etwas nicht tun darf. Bei einer aktiven und direkten Anrede wirken Warnungen zudem eindringlicher, wie Sie unschwer an dem folgenden Beispiel erkennen können:

Aktiv:   Treten Sie nicht in den Gefahrenbereich!

Passiv: Das Betreten des Gefahrenbereich ist zu unterlassen! oder
 Der Gefahrenbereich darf nicht betreten werden!